Bündnis 90/ DIE GRÜNEN Schleswig-Holstein, Landesparteitag 08.-09.05.2010, Husum
Diese Seite im PDF-Format speichernPDF-Version
U 3Umweltpolitik
Antragsteller/innen:Marlies Fritzen (KV Ostholstein) u.a.
Gegenstand:Lärmschutz im Meer
Anmerkungen:

Weniger Lärm im Meer - Effektiver Schutz für Wale, Robben und Co.

Bündnis 90/Die Grünen fordern die weitere Erforschung neuer Methoden zur Eindämmung von Schallemissionen beim Bau von Anlagen im Meer, wie z. B. Fundamente für Off-Shore-Windkraftanlagen. Ziel ist die Entwicklung alternativer Konstruktions- sowie Bautechniken, die zu einer deutlichen Abnahme der Lärmbelastung für Meeresbewohner, insbesondere für den in Nord- und Ostsee heimischen Schweinswal, führen.

Schon heute kann der beim Einrammen der Stützpfeiler entstehende Schall mittels eines so genannten "Blasenvorhangs" abgeschirmt werden. Wir fordern deshalb die Landesregierung auf, sich bei den zuständigen Genehmigungsstellen dafür einzusetzen, dass diese Technik verbindlich vorgeschrieben wird, solange keine anderen Möglichkeiten zur Schallreduktion bestehen.

Außerdem soll sich die Landesregierung dafür einsetzen, dass analog zu den Naturschutzregelungen keine Bauarbeiten in der Zeit stattfinden, in der Schweinswale sich fortpflanzen und ihre Jungen aufziehen.

Begründung:

Bei der wirksamen Eindämmung des globalen Klimawandels kommt dem Ausbau der Erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle zu. Neben dem weiteren Ausbau und Repowering von Windkraftanlagen an Land brauchen wir auch Off-Shore-Windparks für die Gewinnung sauberer Energie.

Das Testfeld "alpha ventus" ging Ende 2009 40 Kilometer nördlich von Borkum ans Netz. Weitere 26 Projekte sind vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie genehmigt (Stand März 2010), darunter  auch nordwestlich von Helgoland, für weitere 70 liegen Anträge vor.

Genau wie an Land ist auch die Errichtung von Windparks im Meer nicht konfliktfrei. Insbesondere die in Nord- und Ostsee heimischen Schweinswale, die Schallwellen zur Orientierung und Kommunikation benutzen, können durch den Unterwasserlärm verletzt und aus ihren Lebensräumen vertrieben werden.  Beim derzeit gängigen Verfahren zur Errichtung der Fundamente werden diese durch hydraulische Rammen in den Meeresboden getrieben. Rammverfahren werden auch eingesetzt für das Errichten von Spundwänden im Meer oder an den Küsten für den Hafenbau. Dabei werden unter Wasser Schallpegel von bis zu 200 Dezibel und mehr  erreicht. (Zum Vergleich: 80-100 Dezibel erreicht ein vorbeifahrender LKW, 110 Dezibel ist die menschliche Schmerzgrenze und der Grenzwert in den Diskotheken, 120 Dezibel erreichen startende Düsenflugzeuge). Das Gehör der Wale kann bereits bei einem Schallpegel von 160 Dezibel schwer geschädigt werden. Verhaltensstörungen wurden auch schon bei geringerem Lärm beobachtet.

Darum halten wir es für dringend erforderlich, dass die Bautechnik neue Bauverfahren entwickelt. Bis dahin müssen die heute schon möglichen Verfahren, wie der vollständige Blasenvorhang um die Rammstelle, verpflichtend zum Schutz der Meeressäugetiere eingesetzt werden, auch wenn dies mit Mehrkosten verbunden ist.

AntragstellerInnen:
Marlies Fritzen, KV Ostholstein
Valerie Wilms, KV Pinneberg
Erik Sachtleber, KV Kiel
Hartmut Jokisch, KV Stormarn
Kerstin Mock-Hofeditz, KV NF
Detlef Matthiessen, KV Rendsburg-Eck
Bernd Voss, KV Steinburg
Ernst-Otto Schmale, KV Ostholstein
Silke Mählenhoff, KV Ostholstein

 

 

10 Gruende_184
button programm neu
Endplakat-Castor
Watt-Castor
Bankenkrise-Castor
Hechtsuppe-Castor
IssEsWieEsIst-Castor
Nordlichter-Castor
Projekt Fifty-fifty
RSS Logo