Bündnis 90/ DIE GRÜNEN Schleswig-Holstein, Landesparteitag 08.-09.05.2010, Husum
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A 1U 30
Antragsteller/innen:Rasmus Andresen (KV Flensburg) u.a.
Gegenstand:U 30
Anmerkungen:

Potenziale nutzen!

eine attraktivere Grüne Partei für die Generation unter 30 schaffen!

Wir Grüne haben mit über 12% bei den Landtags- und Bundestagswahlen insgesamt ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Unsere starken 16% bei den WählerInnen unter 30 haben gezeigt, dass wir überdurchschnittlich stark von der jungen Generation gewählt werden. Aktuelle Umfragen sehen uns in Schleswig-Holstein sogar mit ca. 26% als stärkste Partei bei der Generation unter 30.

Wir Grüne verstehen uns verstärkt als Partei für die junge und zukünftige Generation. Unser inhaltliches Profil ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir erlauben es uns über den Tellerrand zu schauen und Nachhaltigkeit in der Politik zu verankern. Politik anders zu denken und zu formulieren ist unsere Stärke und für die junge Generation eine Kommunikationsform mit der sie mehr anfangen kann, als mit den verkrusteten Strukturen und Methoden anderer Parteien.

Politik für kommende und jüngere Generationen steht für uns nicht im Widerspruch zu einer Politik für alle Generationen. Uns ist es wichtig für unterschiedliche Zielgruppen unterschiedliche Angebote zu machen. Die Generation unter 30 ist eine dieser Zielgruppen.

Und bei dieser für uns wichtigen Gruppe haben wir Nachholbedarf. So schön die guten Wahl- und Umfrageergebnisse auch sind, die Realität in unserer Partei wird dadurch nicht wiedergespiegelt. Immer noch finden zu wenig junge Menschen den Weg in unsere Grüne Partei. Viele Kreis- und Ortsverbände sind für junge Menschen nicht attraktiv genug und auch auf Landesebene müssen Partei, Fraktion und GRÜNE JUGEND mehr tun.

Unsere ehrgeizigen gemeinsamen Ziele müssen sein:

  • Bei den nächsten Wahlen auf kommunaler- und Landesebene bei der Generation unter 30 stärkste politische Kraft zu werden!
  • Bis zur Kommunalwahl in allen Kreisen GRÜNE JUGEND Gruppen zu haben.
  • Eine Verdopplung der jungen Mitglieder in den Grünen Kreis- und Ortsverbänden.
  • Deutlich mehr junge Parteimitglieder zu Grüner Gremienarbeit und Kandidaturen zu bewegen!

Um diese Ziele zu erreichen müssen wir unsere Partei erneuern, und dafür wollen wir gemeinsam an folgenden Punkten arbeiten:

1. Unser inhaltliches Profil schärfen und erweitern!

Unser Grünes Programm ist für junge Menschen bereits attraktiv. Die Schwerpunkte Bildung und Klima sind die Topthemen für die uns insbesondere junge Menschen wählen, aber die Art und Weise wie wir sie verstehen, reicht nicht aus. Wir müssen uns immer die Frage stellen, was bedeutet dieses Politikfeld aus Sicht der jungen Perspektive? Für alle der im Antrag angesprochenen Themen haben wir auf kommunaler- und Landesebene kompetente Personen, die diese Themenfelder noch stärker besetzen können und werden.

Bildung

Wir Grüne haben schulpolitisch gute Konzepte, jedoch müssen wir sie für junge Menschen ab 16 Jahren konkreter fassen und besser zu den Betroffenen transportieren. Landtagsfraktion und Landesvorstand sind hier gefordert.

Gymnasiale Oberstufe, Hochschulpolitik und der Ausbildungssektor sind zentrale Bereiche in denen wir Grüne unter Einbeziehung von Betroffenen unsere Konzepte weiterentwickeln müssen und unser Profil schärfen werden.

Klimaschutz

Klimaschutz ist das Nachhaltigkeitsthema schlecht hin und somit zentral für die zukünftigen Generationen. Viele Junge Menschen wählen uns aufgrund unser Energie- und Klimapolitik. Wir sollten unser Profil schärfen, in dem wir die Klimafrage mit konkreten Alltagsbezug verbinden. Besserer und drastisch günstigerer ÖPNV sowie Stromwechselkampagnen sollten Teil dessen werden.

Offene tolerante Gesellschaft

Eine sehr große Mehrheit aller jungen Menschen teilt unser Ziel von einer offenen Gesellschaft, in der Geschlecht, Nationalität und Sexualität keine Rolle spielt. Inhaltlich sind wir deutlich positioniert, allerdings kommt dieses Thema bisweilen zu kurz. Wir wollen diese Thematik ins Zentrum rücken und sie auch als Abgrenzung zum spießig konservativen Teil Schleswig-Holsteins sehen.

Netzpolitik

Die Netzpolitik ist Bürgerrechtspolitik. Nicht nur für die Junge Generation wird dieser Politikbereich wichtiger. Ein starkes Grünes Profil auf Bundes- und Landesebene ist für uns unerlässlich. Den Kampf mit der unglaubwürdigen FDP nehmen wir gerne auf! Die Gründung einer LAG Netzpolitik unterstützen wir deshalb entschieden.

2. Dialog aufnehmen!

Es muss uns gelingen, den Dialog mit der Generation unter 30 vermehrt zu führen. Die meisten jungen Menschen, wie auch die Mehrheit der Bevölkerung, finden Struktur- und Orgadebatten langweilig. In den Grünen Orts- und Kreisverbänden muss es besser gelingen, SchülerInnen, Studierende und Azubis durch Veranstaltungen anzusprechen. Themenwahl, Ort und Diskussionsform sind hierfür entscheidend.

Auf Landesebene muss der Kontakt zu Jugendverbänden ausgebaut werden. Die Internetauftritte von Landtagsfraktion und Partei müssen beispielsweise durch interaktive Elemente moderner gestaltet werden.

3. Strukturen modernisieren!

Parteien verändern sich, das Gleiche muss für Parteistrukturen gelten. Wir unterstützen ausdrücklich das Frauenmentoringprogramm auf Landesebene sowie das Traineeprogramm auf Bundesebene. Diese Instrumente haben in der Vergangenheit ihren Erfolg unter Beweis gestellt. Kommunales Mentoring kann ein Weg sein diese Konzepte weiterzudenken. Neumitglieder könnten beispielsweise "Altersgenossen" im Kreisverband als Mentoren bekommen, dies könnte Neumitgliedern den Einstieg erleichtern.

Wir fordern den Landesvorstand eine Satzungsänderung für den kommenden Parteitag vorzubereiten, die sicherstellt dass die GRÜNE JUGEND, wie in vielen anderen Landesverbänden üblich, Delegierte auf dem Landesparteitag bekommt. Durch diesen Schritt können Grün Aktive Jugendliche besser in Grüne Gremienarbeit eingebunden werden.

4. Öffentlichkeitsarbeit verbessern

Um mehr junge Leute zu erreichen, sollte mit neuem zielgruppenorientierten Material junge Menschen angesprochen werden. Kampagnen zum Schulanfang und Beginn von Semester und Lehrjahr sollten durchgeführt werden.

 

Der Landesvorstand wird aufgefordert, zusammen mit der GRÜNEN JUGEND eine  quotiert besetzte Arbeitsgruppe unter Einbeziehung von VertreterInnen aus Kreisverbänden und der Landtagsfraktion noch vor der Sommerpause einzurichten, um die Umsetzung der Arbeitsschritte zu beraten und vorantreiben.

AntragstellerInnen:
Rasmus Andresen, KV Flensburg
Luise Amtsberg, KV Kiel
Catharina Nies, KV Kiel
Marlene Löhr, KV Flensburg
Jörn Pohl, KV Kiel
Sophie Wulk, KV Flensburg
Andre Kleyer, KV Lübeck
Matti Pannenbäcker, KV Ostholstein
Katrin Tetzlaff, KV Lauenburg
Olaf Longawa, KV Segeberg

 

 

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